13 Trickfilm Animationen in HDTV für Deutsche Welle TV
| Medium: | HD-TV Trickfilme Sendetermine Juli/August 2006 |
| Auftraggeber: | Deutsche Welle |
| Kooperation: | Hahnfilm AG |
| Realisation: | 2005 / 2006 |
| Sprachen: | Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch |
Beschreibung
Die Deutsche Welle TV Abteilung "Gesellschaft und Unterhaltung" initiiert
die sehr ambitionierte Musikdokumentation
"Kent Nagano dirigiert Monumente der Klassik".
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen-Sinfonie-Orchester Berlin
unter der Leitung des Chefdirigenten Kent
Nagano steht bei jeder der sechs
Folgen eine Sinfonie im Mittelpunkt.
Jede Folge besteht aus mehreren Erzählebenen. Die Erzählebene "Trickfilm" ist dabei im Kontext klassischer Musikdokumentationen etwas Neues und Ungewohntes. Wir sind daher sehr glücklich, diesen Part übernehmen zu können. Einschneidende Lebensstationen und persönliche Beweggründe werden mit Hilfe der Trickfilme anschaulich und einprägsam vermittelt. Das Besondere ist, dass die Dialoge im Wesentlichen auf Original-Zitaten beruhen.
Bitte klicken Sie eines der Bilder, um die Trickfilm-Sequenzen als Video anzusehen (öffnet ein neues Fenster).
Mozart: Sinfonie No. 41: "Jupiter-Sinfonie"
Die ersten Trickfilm-Sequenz der Mozart-Dokumentation spielt in Mozarts Wohnung
in Wien. Dort spielt er mit dem Schauspieler Emanuel Schikaneder
Billard. Die Karambolage der Kugeln inspiriert
Mozart zu einer Tonfolge, die er auch sofort niederschreibt. Man spricht über
Mozarts Geldsorgen, über seinen
druckreifen Schreibstil, über sein "Verzeichnis aller meiner Werke" und
über den ungeheuren Trieb zum Komponieren.
Video: Mozart
spielt Billard (öffnet
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In der zweiten Szene steht Mozart mit dem Kaufmann Johan Michael Puchberg,
einem seiner Mäzene, und dem Komponisten Joseph Haydn beisammen. Gemeinsam
hat man an einer Sitzung in der Freimaurer-Loge "Zur neugekrönten Hoffnung"
in Wien teilgenommen. Die drei sinnieren über die Bedeutung der Zahl 3 und
über die zahlreichen Werke, die Mozart für die Loge schrieb.
Video: Mozart
als Freimaurer (öffnet
neues Fenster)
Die dritte Szene spielt im Tiergarten in Berlin.
Mozart ist mit seinem Freund und Gönner Fürst Karl von Lichnowski
auf einer Reise durch halb Europa, um neue Aufträge zu akquirieren. Zunächst
alleine, schreibt Mozart einen anrührenden
Brief an seine Frau Konstanze, in dem er ihr mitteilt, sie müsse sich
bei seiner Rückkehr schon mehr auf ihn freuen als auf das Gelde. Mit Lichnowski,
der sich anschleißend dazu gesellt, spricht Mozart über seine vergangenen
Erfolge.
Video: Mozart
in Berlin (öffnet neues Fenster)
Anton Bruckner: Sinfonie No. 8
Der Musiker und Schriftsteller August Göllerich besucht
Bruckner in seiner
Wohnung in Wien. Er hat noch einige Fragen hinsichtlich der Biografie, die
er über Bruckner schreibt. Dieser hat jedoch keine Zeit dafür, da
er intensiv mit dem Überarbeiten der 8. Sinfonie beschäftigt
ist. Der Hofkapellmeister Anton Levi hat in einem Brief die 8. stark kritisiert,
was Bruckner veranlasst, alles noch einmal zu überarbeiten.
Video: Göllerich
bei Bruckner (öffnet
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Die zweite Szene spielt im winterlichen Wien vor dem Musikverein. Kurz vor
der Premiere der 8. Sinfonie trifft Bruckner den Kritiker und Komponisten Hugo
Wolf. Bruckner ist aufgeregt und zählt nervös die Fenster des Gebäudes. Schließlich
hatte er an gleicher Stelle bereits einen desaströsen Misserfolg. Schnitt:
Nach dem Konzert feiert der ganze Saal Bruckner. Der unterhält sich mit Wolf
über die langen erfolglosen Jahre.
Video: Bruckner
vor dem Musikverein (öffnet neues Fenster)
Ludwig van Beethoven: Sinfonie No. 3 "Eroica"
Wien, 1804 in Beethovens unordentlicher Wohnung. Sein Schüler Ferdinand Ries
besucht Beethoven in seinem Studierzimmer, der ihm seine neue Sinfonie zeigt.
Er hat sie Napoleon gewidmet. Ries erzählt Beethoven, dass Napoleon sich zum
Kaiser gekrönt hat. Beethoven ist erzürnt und radiert die Widmung auf der Partitur
aus. Stattdessen nennt er die neue Sinfonie nun "Eroica" - Die heldische Sinfonie.
Am Schluss der Szene spielt Beethoven eher beiläufig die berühmte Terz aus
der fünften Sinfonie und ist sich dabei nicht sicher, ob er das einmal gebrauchen
kann.
Video: Ries
bei Beethoven (öffnet
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Nach einer privaten Aufführung der 3. Sinfonie bekommt Beethoven von seinem
Freund und Förderer Fürst Franz Joseph von Lobkowitz Besuch. Beethovens
Schwerhörigkeit macht ihm mittlerweile immer schwerer zu schaffen. Aber gleichzeitig sieht
er sich berufen, "die Welt nicht eher zu verlassen, bis ich das alles
hervorgebracht habe, wozu ich mich auferlegt fühle."
Video: Beethoven
mit Lobkowitz (öffnet
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Robert Schumann: Sinfonie No. 3 "Die Rheinische"
Düsseldorf 1850. Robert und Clara Schumann gehen an einem September Morgen
am Rhein spazieren. Vor kurzem sind sie nach Düsseldorf gezogen und Robert
fühlt sich inspiriert und ermuntert zu komponieren. Die 3. Sinfonie hat
er in nicht einmal 4 Wochen vollendet. Er erzählt von dunkleren Zeiten,
in denen er träumte, er wäre im Rhein ertrunken. Aber jetzt ist das
vergessen und er ist glücklich.
Video: Schumann
geht am Rhein spazieren (öffnet
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2. Szene, ein halbes Jahr später. Clara hat gerade mit dem Geiger und
Konzertmeister Wilhelm Joseph von Wasielewski musiziert. Er bemerkt, dass sie
bedrückt ist
und sie bekennt, dass sie sich um Robert sorgt, der zunehmend Ärger
mit dem Düsseldorfer Musikverein hat. Und das, obwohl seine Konzerte
begeistert gefeiert werden. Dann betritt Robert den Raum. Er berichtet, dass
die Sinfonie so gut wie verkauft ist. Die 200 Taler kämen gerade recht,
denn sie erwarten ihr sechstes Kind. Schließlich erwähnt Robert, dass
Clara das Oberhaupt der Familie sei, und dass man ganz gut harmoniere.
Video: Wasielewski
bei Schumann (öffnet
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Richard Strauss: "Eine Alpensinfonie"
Nach der Generalprobe trifft Strauss einen Zeitungsreporter, der ihn zu seiner
Alpensinfonie befragt. Strauss erläutert, wie er seine Musik durch ein
Programm quasi in seinen Grenzen hält, und wie die Sinfonie durch eine
Wanderung in den Bergen inspiriert wurde.
Der Journalist versteht Strauss Ausführungen über
sein Programm nicht so recht, der ihn aber aufmuntert: "Wer wirklich Musik
zu hören versteht, braucht es [das Programm] wahrscheinlich gar nicht."
Video: Strauss trifft
einen Zeitungsreporter (öffnet neues Fenster)
Berlin, 1915, Reichskanzlerplatz (heute Theodor-Heuss-Platz). Strauss und
sein Freund und Kollege Friedrich Rösch warten auf den dritten Mann zum
Skat spielen. Dabei unterhalten sie sich über ihr Engagement bei der Gründung
der
Musik-Verwertungsgesellschaft GEMA. Schließlich
erzählt Strauss, wie er für
seine Leidenschaft zum Skatspielen angegriffen wird und dass das die einzige
Momente seien, in denen nicht ständig Noten durch seinen Kopf schwirren.
Video: Strauss spielt Skat (öffnet
neues Fenster)
Johannes Brahms: Sinfonie No. 4
Wien, Oktober 1885. Brahms trifft sich mit seinem Freund, dem Chirurgen und
Musiker Theodor Billroth, im Gasthaus "Zum
roten Igel". Er berichtet, wie er
sich mit der 4. Sinfonie geplagt hat. Und nun sei er sich nicht sicher,
wie er sie finden soll. Man entzündet die Zigarren und raucht genüsslich.
Brahms lädt
Billroth zu einem Vorab-Konzert in den Klaviersalon "Ehrbar" ein.
Er bitte ihn jedoch, nicht zu kritisch zu sein, denn: "Ich fürchte
mich vor Schelte"
Video: Brahms
mit Billroth (öffnet
neues Fenster)
Die zweite Brahms-Szene spielt vor dem Hoftheater in Meiningen, 1885.
Nach einem spektakulären Erfolg seines Konzertes trifft Brahms den Dirigenten
Hans von Bülow am nächsten Morgen bei einem Spaziergang. Beiden reden über
das gestrige Konzert. Bülow nennt Brahms Vierte dabei Beethoven
Dreizehnte,
da Brahms in seinen Augen der Erbe Ludwig van Beethovens sei. Brahms lehnt
das ab und beklagt stattdessen, wie schwer es sein, "immer so einen Riesen
hinter sich marschieren zu hören".
Video: Brahms
mit Bülow (öffnet neues Fenster)
Zur Arbeit
Das Besondere an den Filmen, die im Wesentlichen Dialoge zeigen, ist die Tatsache, das die Drehbücher anhand von überlieferten Zitaten konstruiert sind. Von August 2005 bis April 2006 haben wir intensiv an den Figuren und Filmen gearbeitet und dabei einen Stil entwickelt, der den Protagonisten und dem Kontext gerecht wird.
Besonders froh sind wir darüber, das Projekt gemeinsam mit der Hahnfilm AG, einem der führenden Trickfilm-Produzenten in Europa, realisiert zu haben.
Warum Trickfilm?
Insgesamt sind die Trickfilme aus unserer Sicht für die Vermittlung eines historischen Kontextes innerhalb einer Musikdokumentation sehr gut geeignet. Der Zuschauer ist zunächst überrascht, überhaupt einen Trickfilm zu sehen und damit einen neuen Zugang angeboten zu bekommen. Weiterhin werden die Informationen in eine atmosphärische Szenerie eingebettet, die das Inhaltliche viel direkter und einprägsamer vermittelt. Und im Gegensatz zu herkömmlichen, nachgestellten realen Szenen bietet der Trickfilm eine viel größere Projektionsfläche. Der Zuschauer hat die Möglichkeit, die Figuren, Szenen und Kontexte im Rahmen seiner persönlichen Vorkenntnisse in seine bisheriges Weltbild einzufügen und kraft seiner individuellen Imagination auszumalen.
Anders gesagt: Bei einem realen Schauspieler "Beethoven" schwingt immer mit: Das ist "nur eine nachgespielter" Beethoven, nicht er selber. Diese Frage gibt es bei einem Trickfilm nicht. Eben weil der Trickfilm nicht real ist, kann er ohne Distanz, anschaulich und lehrreich, historische Inhalte vermitteln.
Mitarbeit an den Trickfilmen
Javier Pinzon,
Maarten de Heer,
Jan Grambow, Martin Markstein,
Martin Mißfeldt & Gerhard Hahn
Im Auftrag der Deutschen
Welle
In Kooperation mit der Hahnfilm
AG
Projektleiter: Rolf Rische (DW-TV)
Redaktion DW / Drehbücher: Rolf Rische, Christian Berger, Reiner Schild
Regie
der gesamten Dokumentation: Oliver Becker, Ellen Fellmann
Produzent: Bernhard Fleischer moving images
Weitere Informationen über die Gesamtproduktion finden Sie auf
der entsprechenden
Presseseite der Deutschen Welle.
Darüber hinaus stehen viele interessante Informationen in der regelmäßig erscheinenden "Weltzeit" der Deutschen Welle. Hier können Sie die Weltzeit als PDF ansehen.
Nächsts Projekt: "Digitale Galerie" (Gemäldegalerie Berlin)












